Einen fest eingeplanten Dreier sollte es für den SV Seligenporten II gegen den Vorletzten der B-Klasse Ost 2, Türkspor Freystadt II geben. Nach neunzig Minuten auf dem Rasenplatz der MARena waren elf Treffer gefallen, neun davon für die Klosterer, die damit an Tabellenführer TSV Berching II bis auf einen Zähler herankommen und zudem ein Spiel weniger bestritten haben.

Zwei Veränderungen fanden sich in der Startelf des SV Seligenporten. Während Spielertrainer Daniel Oberprieler erstmals in dieser Saison nicht ins Spielgeschehen eingriff, rotierten Christian Klinger und Dominik Eisl für Oberprieler und den verletzten Torwart Sebastian Neukirchner in die Startelf. Ebenfalls neu war die Konstellation, dass der SVS an diesem Tag nur mit neun Mann auf dem Feld stand, da der Gegner sich für die Austragung mit neun Spielern auf dem Feld entschied.

Die Türken kamen vielversprechend in die Partien, die ersten zwei guten Gelegenheiten konnte der krasse Außenseiter für sich verbuchen. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzten die Gastgeber die sich bietende, erste Gelegenheit eiskalt. Mittelfeldmann Fabian Tischer hatte Klinger bedient, der aus 14 Metern noch an Freystadts Keeper Hasan Özdemir scheiterte, doch der Abpraller fiel Philipp Sommer vor die Füße, der nicht lange zögerte und den herrenlosen Ball zur frühen Führung einschob (5.). Dass die B-Klasse bei Weitem kein Selbstläufer ist, musste die junge Seligenportener Truppe spätestens in Minute 15 schmerzhaft erfahren. Einen Konter vollstreckte Samed Gövec souverän allein vor Eisl ins untere rechte Eck – 1:1 (15.). Geschockt wirkten die Klosterer davon nicht, in der nächsten Spielminute gingen die Mannen von Oberprieler wieder in Front.
Wieder die Kombination über Tischer und Klinger, der Abpraller landete aber diesmal nicht bei Philipp Sommer, sondern bei Patrick Zehnder. Aus 17 Metern schoss Zehnder mit dem linken Fuß zum 2:1 ins Freystädter Tor ein (16.).
Die Gäste setzten sich dem erneuten Rückstand allerdings merklich entgegen. Einen Freistoß aus 24 Metern setzte Okan Güngör lediglich an den rechten Pfosten, da Eisl noch seine Fingerspitzen im Spiel hatte (18.). Bei eiskalten Temperaturen und Regen wurde den Zuschauern wenigstens ein erwärmendes Spiel geboten. Die Führung auszubauen, war Stephan Bock fast schon vorbehalten, doch zweimal vergab der unermüdliche Angreifer eher kläglich (25., 33.). Wer die eigenen Chancen auslässt, wird dann eben bestraft, so auch in Minute 38. Dominik Eisl war aus seinem Tor gestürmt und hatte gegen den agilen Bilal Aytar zwar den Ball, aber auch mit gestrecktem Bein den Gegner getroffen, sodass Schiedsrichter und SVS-Vorstand Markus Turinsky zurecht auf den Punkt zeigte. Güngör übernahm Verantwortung und knallte das Leder an die Querlatte. Der zweite Aluminiumtreffer für den Vorletzten, der in Durchgang eins wahrlich Pech hatte. Glücklicherweise nicht bestraft worden, konnte der SV Seligenporten kurz darauf das 3:1 erzielen. Patrick Zehnder war nach einem Eckball von rechts frei zum Kopfball gekommen und der Ball schlug abgefälscht hinter Özdemir in die Maschen (40.).
Zur Pause wussten die Klosterer selbst nicht so recht, wie man hier mit zwei Toren führen konnte. Eine deutliche Leistungssteigerung musste in der zweiten Halbzeit her. Dicke Chancen auf das vierte Tor hatten Bock (58.) und Christopher Sonntag (60.). Kurz gezogen hatte Zehnder am Gegner-Trikot, doch für Turinsky eines Pfiffes nicht würdig. Zehnder spielte demnach weiter, Türkspor reklamierte anstatt weiterzuspielen und fing sich demnach das 1:4, da Zehnder Özdemir wunderbar überlupft hatte und seinen Dreierpack schnürte (61.).
Demoralisierte Gäste wirkten nun müde und fingen sich folglich auch das Fünfte. Stephan Bock war durchgestartet und legte quer auf Fabian Tischer, der die Kugel ins leere Tor bugsierte (66.).
Bock, der selbst beste Chance liegen gelassen hatte, kam dann auch noch zu seinem persönlichen Erfolgserlebnis. Der eingewechselte Steffen Hohl bediente ihn von der rechten Außenbahn und der 30-Jährige verlängerte das Runde ins Eckige, 1:6 (67.). Die Gäste drohten nun auseinanderzufallen, doch Aytar sorgte für einen Stimmungsaufheller, nachdem er Eisl umkurvt hatte und den Ball im Kasten des SV Seligenporten platzierte. Ebenfalls eingewechselt, konnte Kamil Scharmer dem Spiel gleich seinen Stempel aufsetzen. Scheiterte er in Minute 74 noch allein vor Özdemir, erzielte Scharmer vier Zeigerumdrehungen später das 7:2, etwas zufällig prallte der Ball von seinem Schienbein ins Tor der Freystädter (78.). Der Torhunger der SVS-Reserve war damit aber nicht endgültig gestillt. Der per Rückwechsel in die Partie gekommene Felix Hable zog auf r
rechtsaußen den Sprint an. In der Mitte sah er Bock, der aus 16 Metern eiskalt wie eine Hundeschnauze die Kugel im rechten unteren Eck einschlagen ließ (79.).
Nach dem sehenswerten Lupfertor durch Patrick Zehnder wollte sich ein starker Fabian Tischer natürlich ebenfalls nicht lumpen lassen, ein Tor fürs Auge zu erzielen. Einen Freistoß aus 21 Metern versenkte der 18-Jährige eiskalt im Gästetor, Freystadts Torwart Özdemir konnte dem 9:2-Schlusspunkt nur hinterherschauen (85.).

Zweistellig wurde es letztlich nicht mehr. Seligenporten bleibt als zweitplatziertes Team damit weiter oben dran und trifft am kommenden Sonntag nun auf den Verfolger und Dritten 1.FC Deining II, der an diesem Wochenende mit 1:2 beim TSV Wolfstein III federn ließ. In Deining trifft dann um 12.30 Uhr die beste Defensive auf die beste Offensive der B-Klasse Ost 2 – eine hochinteressante Ausgangslage.